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Seit 2016 treffen sich jede Woche Frauen, die aus Ländern wie Afghanistan, Syrien, Iran, Usbekistan, Sierra Leone oder Mali nach Deutschland geflüchtete sind, einheimische Frauen aus Marzahn und Hellersdorf sowie ehrenamtliche Helferinnen im Café. Sie tauschen sich über ihren Alltag in Deutschland, über Familie und Erziehung, Bildung und Partnerschaft aus. Sie lernen Deutsch und erhalten Hilfe bei allen Herausforderungen des Alltags und mit Behörden. Die Begegnung und der Austausch zu persönlichen Themen helfen ihnen, in Berlin anzukommen und sich einleben zu können. Sprachmittlerinnen helfen bei der Verständigung. Das Café dient auch der Prävention vor Gewalt und der Aufklärung über ihre Rechte und die Rechte von Kindern.

Bei der Feier wurde deutlich, wie viel dieser wertvolle Austausch bei den Frauen in Bewegung gesetzt hat. Das Programm mit live Musik, einem selbst verfassten Gedicht, Interviews und Würdigungen sowie einem reichhaltigen von den Frauen gestalteten Büfett machte sichtbar, wofür der Name IMAL steht: Interkulturell - Miteinander - Achtsam – Lebensweltorientiert.

So erzählte Teilnehmerin Ayşe, dass sie im Café Freundschaften, Liebe, Familie und Heimat finde.

Gelebte Demokratie

Die Gemeinschaft funktioniere über sprachliche, kulturelle, politische, religiöse, soziale und Bildungs-Grenzen hinweg, sagte Projektleiterin Antonia Klostermann. Für Dirk Brigmann, Geschäftsführer der Trägergesellschaft Beratung + Leben, ist das Frauencafé ein Beispiel für gelebte Demokratie und ein gutes Miteinander.

„Oberstes Gebot im Frauencafé ist Toleranz“, sagte Anne-Kathrin Hoelzmann, Leiterin des Immanuel Beratungszentrums Marzahn. „Wir haben längst nicht immer die gleiche Meinung. Aber wir können andere Ansichten so stehen lassen. Das ist das Geheimnis in unserem Café.“

Neben den regelmäßigen Treffen bringen sich die Frauen in verschiedene Projekte ein: So haben sie ein Rezeptbuch mit Rezepten ihren Herkunftsländern erstellt. Im gemeinsam mit einer Forscherin erarbeiteten Band „Zwischenräume“ erzählen sie ihre persönlichen Geschichten. Auch an den Interkulturellen Tagen in Marzahn-Hellersdorf hat das Frauencafé IMAL bereits teilgenommen.

Das Frauencafé ist ein Angebot der Familienberatung des Immanuel Beratungszentrums Marzahn und wird seit drei Jahren von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie gefördert. Zuvor erhielt es sieben Jahre lang Förderung vom Bezirk Marzahn-Hellersdorf.

Das Immanuel Beratungszentrum Marzahn bietet Erziehungs- und Familienberatung, Paar- und Lebensberatung, Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung, Allgemeine Sozialberatung, Wohnhilfen und Migrationsberatung für Erwachsene an.

Interview mit Ayşe
Festgäste bei der Jubiläumsfeier
Erinnerungsbanner
Ehrenamtliche und ihre Pflegetochter
Musikalische Begleitung der Veranstaltung
Anne-Kathrin Hoelzmann, Leiterin des Immanuel Beratungszentrums Marzahn, Dirk Brigmann, Geschäftsführer der Trägergesellschaft Beratung + Leben und Projektleiterin Antonia Klostermann (v.l.n.r.)
Buntes Büffet
Bandoneonspieler Klaus Gutjahr

Immanuel Beratungszentrum Marzahn